Heyerode

Das Pestkreuz von Heyerode

Ein Artikel von Heidi Zengerling

# Heyerode

Heyerode im morgendlichen Nebel
Heyerode im morgendlichen Nebel

Heyerode, im Südeichsfeld gelegen, seit 2011 zur Landgemeinde gehörig, ist mein Heimatort seit nunmehr 50 Jahren. Sehr gern lebe ich hier, ich fühle mich wohl, arbeite hier und bin außerdem seit diesem Jahr in der örtlichen Bibliothek beschäftigt. In der Gemeinde leben etwa 2400 Menschen auf einer Fläche von 5,68 km². 


Unser Bürgermeister Andreas Henning wurde 2002 in sein Amt gewählt und ist bis heute in dieser Funktion tätig. Heyerode wurde etwa 1356 erstmals unter dem Namen Hoiginrade erwähnt und etwa 1250 gegründet, wie es bei vielen –rode-Ortschaften der Fall ist. Die Gemeinde bietet einige interessante Besonderheiten. Dazu gehört die historische Obermühle mit ihrem oberschlächtigen Mühlrad. Sie wurde 1548 erstmals urkundlich erwähnt.

# Dreibogige Brücke

Ein weiteres Highlight ist das eindrucksvolle 50 Meter lange dreibogige Brückenbauwerk, welches einst im Zuge der Bahnstrecke Mühlhausen-Treffurt errichtet wurde. Am 29. September 1968 fuhr der letzte Zug über die Brücke. Seit 2005 führt ein asphaltierter Radweg, der zum Streckenabschnitt Heyerode-Diedorf (Unstrut-Werra-Radweg) gehörig ist, über das Viadukt.


# Alter Bahnhof

Der Landgasthof „Alter Bahnhof“ mit seinen 427 Metern stellt den höchsten Punkt der gesamten Strecke dar und ist heute ein beliebtes Ausflugsziel sowie Ausgangs- und Endpunkt für zahlreiche Wanderungen und Radtouren.


# Grenztor

Ebenso ist das Grenztor, welches 1612 durch die freie und kaiserliche Stadt Mühlhausen als Warte zum Schutz gegen den Adel des Eichsfelds erbaut wurde, eine Sehenswürdigkeit, die man nicht unbenannt lassen sollte. 1650 wurde es neu erbaut, da es im 30jährigen Krieg zerstört worden war. Es gilt als historisches Tor zum Eichsfeld. Die Landstraße L2104 führt durch das Erdgeschoss des Hauses, in dem sich heute das Atelier des Kunstmalers Karl-Heinz Vogeley befindet.


Das Tor ist der südliche Endpunkt des Mühlhäuser Landgrabens und war im Mittelalter Zollstelle an der Altstraße Mühlhausens sowie von Oberdorla hin zum Werratal. Später diente es als Forsthaus.

# Pestkreuz

Hochgeladen von Heidi Zengerling bei www.ciao.de
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1626/1627 kam die Pest nach Heyerode und ließ nur sieben Familien übrig. Zeuge dieser fürchterlichen Zeit ist das Pestkreuz oberhalb des Ortes Richtung Diedorf. Meine Geschichte, die ich zur Eichsfeld-Anthologie beigetragen habe, erzählt von diesem doppelbalkigen Kreuz, welches im Jahr 1681 zum Dank errichtet wurde, dass die Pest Heyerode verschont hatte. Diese Art Kreuz wird auch Patriarchen- oder Spanisches Kreuz genannt. Es besteht aus einem senkrechten Balken, welcher mit zwei Querbalken versehen ist. Hierbei ist der obere kürzer als der untere. Das Kreuz symbolisiert die kirchlich erzbischöfliche Gewalt. Der obere, kürzere Querbalken steht für die Inschrift INRI auf dem Kreuz Jesu. Das Doppelkreuz hat sich seit dem 6. Jahrhundert vom Orient über Europa verbreitet.


Wie man vom Viadukt einen eindrucksvollen Blick auf die Gemeinde hat, so ist dies auch an dem historischen Platz unter dem Kreuz der Fall. „Jedes Jahr zum Dreifaltigkeitssonntag soll eine Prozession hinauf zum Kreuz laufen und eine Messe abhalten. Seit einiger Zeit findet die Prozession an jedem ersten Sonntag im Juli statt und fällt mit dem Gemeindefest zusammen“, schreibt Jana Scheiding im Allgemeinen Anzeiger vom 7. Oktober 2016 zu meiner Geschichte „Das Geheimnis der Kette“.

 

Eine Leseprobe der Kurzgeschichte "Das Geheimnis der Kette" aus "Mörderisches Buffet" folgt.