Weihnachten kommt ...

 

Haben Sie es auch schon gesehen? Die ersten Zimtsterne werden bereits zum Verkauf angeboten. Dominosteine, die (völlig überzuckerten) Weihnachtssüßigkeiten, sind auch schon zu haben. Weihnachten fängt für die Geschäfte im September an. Da denken wir Otto Normalverbraucher noch nicht einmal an Schnee. Und wenn Sie sich dann vorstellen, wie alt die Schokolade ist, die Sie unter den Weihnachtsbaum oder auf den Gabentisch legen ... ALT, sage ich da nur.

 

Die Welt ist ein bisschen ver-rückt ... Weihnachten fängt in den Lebensmittelgeschäften im Spätsommer/Herbst an, bei uns Künstlern definitiv Ende Frühjahr / Sommer. Denn dann spätestens müssen wir uns überlegen, was wir buchtechnisch für Weihnachten präsentieren möchten. Allerspätestens natürlich. Viele fangen bereits in den Wintermonaten für den kommenden Winter an zu planen. Ich im Sommer. Ist spät, ich weiß.

 

Was macht Markus, wenn er seine Weihnachtsgeschichte im Sommer schreibt? Er stellt sich einen Ventilator auf den Schreibtisch und lässt sich solange durchpusten, bis er so richtig durchgefroren ist. So käme das richtige Wintergefühl auf. Während also Markus mit klammen Fingern seine Geschichte verfasst, sitzt Modartis in ihrem Zimmer unter dem Dach, schaut auf ihren blühenden Garten und stellt sich Schnee vor. Und da das nicht immer klappt, hat sie Fotos mit Winterlandschaften um sich herum aufgestellt, aufgehängt oder an die Wand gepappt, damit sie das richtige Wintergefühl erhält. Imagination ist alles.

 

Das geht auch mir so. Ich kann den Schnee "sehen", wenn ich eine Weihnachtsgeschichte schreibe. So sehr sogar, dass ich mehr als verblüfft bin, wenn ich nach getaner Arbeit das Haus verlasse und mir sofort der Schweiß auf die Stirn tritt, weil ich meinen Wintermantel angezogen habe.

 

Nichts geht über die eigene Fantasie!

 

Ihre Astrid Seehaus