Was ist mit einem Besuch im Alternativen Bärenpark in Worbis?

 

Ihr lieben Zaungucker,

 

kaum ist die Wärme des Sommers vergangen, rieseln schon die ersten Blätter herab, der Herbst ist da. Das Bärsonal hat alle Hände voll zu tun, uns Bären die hungrigen Mäuler zu stopfen. Der selbst angebaute Mais ist offenbar schon aufgegessen. Hat gut geschmeckt! Vor ein paar Tagen flog eine neue Pflanze über den Zaun zu uns in die Anlage. Sah eigentlich aus wie Mais, roch aber anders. Zuckerhirse nannte das Bärsonal das Grünzeug. Zucker? Prima, dachte ich. Etwas Süßes zum Nachtisch ist genau das Richtige.

 

Aber pah! Von wegen süß! Das Zeug schmeckte nur nach ollem Stroh. Bäh! Also ich bin ja grundsätzlich schon für kulinarische Experimente zu haben.  Aber wenn schon Experiment, dann wenigstens lecker. Ich hab das Zeugs dann liegen gelassen.  Vielleicht mag es der Pedro. Der frisst ja bekanntlich alles, was nicht schnell genug weglaufen kann. Und laufen kann der Pedro noch, trotz seiner angefutterten Pfunde. Gestern ist er der Emma hinterhergesaust, hügelhoch in einem Tempo, das ich ihm gar nicht mehr zugetraut hätte. Die arme Emma konnte gerade noch so in eine Höhle flüchten. Ich weiß gar nicht, was Pedro gegen Emma hat, die stört doch gar nicht. Wahrscheinlich ist er nur schlecht gelaunt, weil ihn sein Kumpel Max zurzeit immer angrummelt.

 

Max kann man aber auch gut verstehen, denn Pedro will ständig  ganz nah ran. Am liebsten Schnauze an Schnauze mit Max  gemeinsam fressen. Das ist so was von unbärenhaft! Kein Wunder, wenn Max gereizt darauf reagiert. Von dem ganzen Gezänk halte ich mich lieber fern. Ich muss schließlich Energie sparen für den heranrückenden Winter. Jetzt knurrt mir schon wieder der Magen. Mal sehen, was noch zu finden ist, nur bitte keine Zuckerhirse.

 

Bis bald,

Eure Laura

 

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